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Die Geschichte des Couscous

Eines Tages lag eine schwere Hungersnot über dem Land, in dem die Berber lebten. Die Engel im Himmel sahen zu, wie die Menschen verhungerten, und vor lauter Mitgefühl fingen sie an zu weinen. Als ihre Tränen auf die Erde fielen, wurden daraus kleine Getreidekörner – so kam Couscous in die Welt.

So soll Couscous der Sage nach entstanden sein. Zugegeben, diese Couscous-Legende erinnert etwas an die biblischen Geschichten über das Manna, das vom Himmel regnete um den Hunger der Israeliten zu stillen.

Aber was genau bedeutet Couscous eigentlich? Die Bezeichnung selbst stammt wahrscheinlich von dem arabischen Kuskus ab, was soviel bedeutet wie „zu pochen“. Auch bei den Berbern, gibt es ein ähnliches Wort – k’seksu – was „gut geformt“ heißt. Das traditionelle Gericht Nordafrikas ist besonders in Algerien, in Marokko und auch in Tunesien äußerst beliebt. Das Gericht stammt ursprünglich aus Vorderasien und konnte sich von dort aus nach Nordafrika und über die ganze Welt verbreiten

Erstmals geschichtlich erwähnt wird Couscous in einem muslimischen Kochbuch aus dem 13. Jahrhundert. Auch bei den Nasriden, einer muslimischen Dynastie, die während des 13.-15. Jahrhunderts Andalusien beherrschten, war Couscous eine beliebte Speise. Der berberische Geograph und Reisende Leo Africanus beschrieb die kleinen Grieskügelchen in seinen Schriften und bezeichnete sie als nahrhafte und billige Speise, die am besten jeden Tag gegessen werden sollte. Auch der französische Schriftsteller und Reisende Jean-Jacques Bouchard erwähnte Couscous in seinen Schriften. Er begegnete Couscous 1630 im französischen Toulon und beschrieb es als eine Art Nudelvariante, die wie Reiskörner aussehe und aus Vorderasien stamme.

In Europa konnte sich Couscous besonders in Frankreich durch algerische Einwanderer verbreiten. Aber mittlerweile findet man die Grieskügelchen auch in den Regalen zahlreicher Supermärkte in  allen westlichen Ländern. Ursprünglich aus arabischen Nationen stammende jüdische Einwanderer waren es, welche Couscous erstmals nach Israel und später nach Europa brachten.

Hier gilt es seit 1948 als fester Bestandteil der israelischen Küche. Besonders beliebt wurde es hier bei den persischen Juden als günstiger Ersatz für Reis. So konnten diese ihre traditionellen Gerichte beibehalten, die oftmals auf Reis basieren. In Sizilien waren es die Araber, die während ihrer Herrschaftszeit im Mittelalter das Couscous mit sich brachten. Seit dem ist das Gericht hier weiterhin beliebt und ist auch heutzutage noch auf den Speisekarten zahlreicher Restaurants zu finden.

Sehr ähnlich zum Couscous ist Bulgur, der gleichermaßen schmeckt und aussieht. Der Bulgur stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und unterscheidet sich in seiner Herstellungsweise vom Couscous. Während Couscous aus Hartzweizengrieß hergestellt wird, besteht Bulgur aus Weizengrütze.